Tradition trifft Zukunft: Seit 30 Jahren steht der Name Knoll in Höltinghausen für Sanitär, Heizung und erneuerbare Energien. Nun stellt der Familienbetrieb die Weichen für die nächste Generation. Aus dem Unternehmen Ulrich Knoll wird die Knoll Gebäudetechnik GmbH. Im Rahmen eines Unternehmensbesuches überreichten Bürgermeister Michael Fischer und der Erste Gemeinderat Bernd Michael Lüske einen Förderbescheid aus dem KMU-Förderprogramm des Landkreises Cloppenburg und der beteiligten Kommunen. Dabei erhielten sie spannende Einblicke in einen Handwerksbetrieb, der seit vielen Jahren auf Erfahrung, Zusammenhalt und individuelle Lösungen setzt.
Passender hätte das Wetter für diesen Unternehmensbesuch kaum sein können: Kalt, windig und regnerisch war es, als Bürgermeister Michael Fischer und Erster Gemeinderat Bernd Michael Lüske den Höltinghauser Familienbetrieb Knoll besuchten. Einen Betrieb also, der tagtäglich dafür sorgt, dass es in den eigenen vier Wänden angenehm warm und gemütlich bleibt.
Anlass des Besuches war die Übergabe eines Förderbescheides aus dem KMU-Förderprogramm des Landkreises Cloppenburg und der beteiligten Städte und Gemeinden. Der Landkreis Cloppenburg bietet in Kooperation mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden seit 2014 das eigene „KMU-Förderprogramm“ an. Landkreis und Kommunen gewähren kleinen und mittleren Unternehmen zur Durchführung von betrieblichen Investitionen nichtrückzahlbare Zuschüsse. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Cloppenburg begleitet dieses Verfahren. Ziel ist es, Arbeitsplätze in den Städten und Gemeinden zu schaffen, zu sichern und die Eigenkapitalbasis von Gründern, kleinen Unternehmen und Nachfolgeunternehmen zu stärken.
Am 1. Mai 1996 gründete Ulrich Knoll seinen Betrieb in Höltinghausen. 30 Jahre später steht nun ein bedeutender Schritt bevor: Zum Jahreswechsel übergibt der Firmengründer die Geschäftsführung an seinen Sohn Florian, der das Unternehmen als Knoll Gebäudetechnik GmbH in die Zukunft führt. Ganz aus dem Betrieb zurückziehen möchte sich der erfahrene Handwerksmeister allerdings noch nicht. Er wird dem Unternehmen auch weiterhin mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen zur Seite stehen.
Mit dem neuen Namen bleibt das Unternehmen fest in Familienhand und verbindet langjährige Erfahrung mit frischen Ideen für die Zukunft.
Dass im Betrieb nicht nur die familiäre Verbundenheit großgeschrieben wird, zeigt auch ein Blick auf die Belegschaft. Neben Ulrich und Florian Knoll gehören sieben Monteure und zwei Büroangestellte zum Team. Besonders bemerkenswert: Sämtliche Monteure sind bereits seit rund 20 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Eine solche Betriebstreue ist heutzutage alles andere als selbstverständlich und spricht für ein gutes Miteinander.
Auch bei der Arbeitsorganisation geht der Familienbetrieb mit der Zeit. Die eingeführte Vier-Tage-Woche hat sich nach Angaben der Geschäftsführung ebenso bewährt wie die Organisation des Notdienstes an den Wochenenden. Ein Beispiel dafür, dass sich traditionelle Handwerksarbeit und moderne Arbeitszeitmodelle durchaus miteinander vereinbaren lassen.
Auch fachlich hat sich der Betrieb in den vergangenen 30 Jahren stetig weiterentwickelt. Was einst mit klassischen Gasheizungen begann, umfasst heute ein breites Angebot rund um moderne Heiztechnik, Wärmepumpen, Pelletöfen und ein eigenes Ofenstudio. Zudem ist der Betrieb regionaler Fachpartner für Biomasse-Heizanlagen. In der Ausstellung am Firmensitz in Höltinghausen können Kundinnen und Kunden verschiedene Heizsysteme besichtigen und sich vor der Entscheidung ein eigenes Bild machen.
Dabei verfolgt Florian Knoll eine klare Philosophie: Nicht jede technische Lösung passt zu jedem Gebäude. Statt beispielsweise grundsätzlich auf Wärmepumpen zu setzen, möchte Knoll Gebäudetechnik für jedes Anliegen und jede Immobilie die individuell passende Heizlösung finden.
Im Mittelpunkt steht deshalb eine persönliche Beratung, die technischen Voraussetzungen vor Ort und die Wünsche der Kundinnen und Kunden. Auch bei den zahlreichen Förderprogrammen und den damit verbundenen Anträgen steht das Unternehmen beratend und unterstützend zur Seite. Gerade angesichts der vielfältigen Möglichkeiten und sich verändernden Rahmenbedingungen ist diese Begleitung für viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer eine wertvolle Hilfe.
Die Verwaltungsspitze aus Emstek interessiert sich jedoch nicht nur für Strukturen, Abläufe und Prozesse der örtlichen Unternehmen. Für sie ist es auch von besonderer Bedeutung, von Herausforderungen und Problemen, aber auch von Wünschen und Verbesserungsvorschlägen der Verwaltung und Politik zu erfahren, da nur so das Miteinander von Gemeinde und Unternehmen stetig verbessert werden kann – denn wie sagte einst der Dichter Johann Wolfgang von Goethe: „Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken“.
Aus diesem Grund wollten sie im Rahmen ihres Besuches von Ulrich und Florian Knoll wissen, welche Herausforderungen sie in ihrem Geschäftsbereich sehen und was sie sich seitens der Gemeinde Emstek wünschen würden:
Frage 1: Wie ist die Situation in Eurer Branche aktuell? Was ist momentan ein großer Vorteil und was ein Nachteil?
„Die Nachfrage nach moderner, effizienter Heiztechnik ist groß, und das Thema Energie beschäftigt fast jeden Hauseigentümer. Das ist für unsere Branche ein klarer Vorteil. Gleichzeitig haben die vielen Änderungen bei Gesetzen und Förderprogrammen in den letzten Jahren viele Menschen verunsichert. Umso wichtiger ist eine ehrliche, unabhängige Beratung. Genau darin sehen wir unsere Stärke.“
Frage 2: Vor welchen Herausforderungen wird Euer Unternehmen in den nächsten 5 Jahren stehen?
„Die größte Aufgabe ist der Generationswechsel, in der Geschäftsführung aber auch in der Belegschaft. Unser Team ist seit vielen Jahren eingespielt, dieses Wissen wollen wir an junge Fachkräfte weitergeben. Gute Leute für das Handwerk zu gewinnen, wird die zentrale Herausforderung. Mit der Vier-Tage-Woche und einem familiären Miteinander haben wir dafür gute Argumente.“
Frage 3: Was verbindet Euer Unternehmen und Euch persönlich mit der Gemeinde Emstek?
„Seit 30 Jahren sind wir in Höltinghausen zu Hause. Hier ist der Betrieb gegründet worden und gewachsen, viele unserer Kundinnen und Kunden kennen wir persönlich, und unsere Mitarbeiter kommen aus der Region und sind hier verwurzelt. Diese Nähe wollen wir auch als Knoll Gebäudetechnik GmbH beibehalten.“
Frage 4: Was erwartet Ihr von Politik und Verwaltung der Gemeinde Emstek?
„Wir erleben die Gemeinde Emstek als ansprechbar und unternehmensfreundlich. Das zeigt auch dieser Besuch. Wünschen würden wir uns, dass örtliche Handwerksbetriebe bei Aufträgen der Gemeinde gute Chancen haben, damit die Wertschöpfung in der Region bleibt. Außerdem helfen bezahlbarer Wohnraum und gute Kinderbetreuung, um junge Fachkräfte hier zu halten.“
Frage 5: Ihr habt einen Wunsch frei: Was würdet Ihr in Deutschland einführen, abschaffen oder verändern?
„Weniger Bürokratie und mehr Verlässlichkeit: Förderprogramme sollten einfacher zu beantragen sein und nicht ständig geändert werden. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass bei aller Digitalisierung und künstlicher Intelligenz die ältere Generation nicht abgehängt wird. Viele unserer Kundinnen und Kunden möchten einen Antrag nicht nur online stellen oder mit einem Chatbot sprechen, sondern einen persönlichen Ansprechpartner haben. Digitale Angebote sind ein Gewinn, aber der analoge Weg darf nicht verschwinden.“
Foto v. l.: Bürgermeister Michael Fischer, Florian Knoll, Ulrich Knoll (beide Knoll Gebäudetechnik GmbH), Erster Gemeinderat Bernd Michael Lüske
Foto/Text: Eckhoff